Diabetes Therapie

Bei Typ-2-Diabetikern stehen nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Diät, vermehrte körperliche Bewegung und gegebenenfalls Gewichtsreduktion an erster Stelle der Behandlung. In einigen Fällen gelingt bereits mit diesen Basismaßnahmen eine Normalisierung des Blutzuckers.
 
Führen diese Maßnahmen zu keinem ausreichenden Erfolg, werden in der Regel orale Antidiabetika eingesetzt. Meist wird die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff begonnen. Wird damit keine befriedigende Einstellung des Blutzuckers erzielt, sind auch Kombinationen von verschiedenen Wirkstoffen möglich.
 
Ist mit oralen Antidiabetika bei üblichen Dosierungen keine ausreichend gute Blutzuckereinstellung zu erreichen, kommt auch beim Typ-2-Diabetiker Insulin zum Einsatz.
 
Bei der Behandlung mit Insulin wird heute versucht, der Insulinausschüttung eines Gesunden so nahe wie möglich zu kommen. Man unterscheidet zwischen folgenden Therapieformen:

  • Mahlzeitenbezogene Insulintherapie
  • Konventionelle Insulintherapie (CT)
  • Intensivierte Insulintherapie (ICT)
  • Insulinpumpentherapie (CSII)

Orale Antidiabetika

Antidiabetika sind Medikamente zur Normalisierung (Senkung) des Blutzuckerspiegels, die oral verabreicht werden. Jeder Diabetiker benötigt eine individuelle Einstellung bezüglich der Wahl, Dosierung und Therapie "seines" Medikaments. Diese hängt vom Typ und Ausmaß seiner Krankheit, seinem Alter, Gewicht und vorhandenen Folgeschäden sowie Begleiterkrankungen ab.
 
Man unterscheidet verschiedene Antidiabetika-Hauptgruppen:
 
Biguanide: Von diesen ist mittlerweile nur noch der Wirkstoff Metformin zugelassen, der verschiedene Wirkungsweisen besitzt: Er senkt  beispielsweise die Insulinresistenz, indem er die Aufnahme von Glukose  in die Körperzellen steigert. Außerdem bremst Metformin die Glukose-Neubildung in der Leber und die Kohlenhydrat-Aufnahme aus dem Darm. Des Weiteren übt er einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel aus.
 
Sulfonylharnstoffe: Diese entfalten ihre blutzuckersenkende Wirkung, indem sie die Produktion von körpereigenem Insulin anregen.  Dies ist natürlich nur möglich, solange die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse nicht vollständig erschöpft bzw.geschädigt sind.  Deshalb sind sie besonders geeignet für die Typ-2-Diabetiker, die eine  Unterstützung der körpereigenen Insulinproduktion benötigen.  
 
Glucose-Resorptionsverzögerer: Sie verzögern die Aufnahme der Glucose vom Darm ins Blut, sodass das Insulin die Glucose besser verarbeiten kann. Wird das Medikament zu den Mahlzeiten eingenommen, vermeidet dies hohe Blutzuckerwerte nach dem Essen.
 
Insulinsensitizer: Diesen liegt ein ganz anderer Wirkmechanismus zugrunde als den anderen Antidiabetika. Am peripheren Muskel- und Fettgewebe verstärkt es die Aufnahme von Blutzucker ins Gewebe - ohne dass dazu mehr Insulin gebraucht wird! Dadurch wird der Organismus wieder empfindlicher für Insulin, die Insulinresistenz wird herabgesetzt. Es kompensiert also genau die Fehlfunktion von Typ-2-Diabetikern. 

Insulin

Was ist Insulin?
Sind Sie ein Diabetiker, der Insulininjektionen benötigt, dann heißt das, dass Ihr Körper nicht mehr genug eigenes Insulin produzieren kann. Sobald Sie kein Insulin spritzen, steigt Ihr Blut­zuckerspiegel unaufhaltsam an, bis Sie eine Ketoazidose oder im schlimmsten Fall ein diabetisches Koma entwickeln. Dank einer richtigen Insulintherapie können Sie jedoch ein weitgehend uneingeschränktes, aktives und gesundes Leben führen. 
 
Die Herstellung von Insulin

Die Entdeckung des Insulins in der Bauchspeicheldrüse und seine Gewinnung aus tierischen Organen gehört sicher zu den aufregendsten Episoden in der Medizingeschichte. Die beiden Kanadier Dr. Frederick G. Banting und Charles H. Best haben mit ihrer Entdeckung im Jahre 1921 Geschichte geschrieben. Bis in die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurde Insulin aus der Bauchspeichel­drüse von Rindern und Schwein­en gewonnen. Diese Art von Insulin kommt zwar nach wie vor zum Einsatz, jedoch verwenden mehr und mehr Diabetiker biosynthetisches Humaninsulin, das mit Hilfe rekombinanter Gen­technik hergestellt wird. Das bedeutet, dass Mikro­organis­men, wie z.B. Bäckerhefe, so programmiert werden, dass sie ein Insulin produzieren, das mit dem  menschlichen Insulin identisch ist.
 
Insulinarten
Es gibt zwei Hauptarten von Insulinen: Humaninsuline und Insulinanaloga. Innerhalb der beiden Gruppen unterscheidet man zwischen kurz-, mittel-, langwirksamen und Misch­insulin­en. Sie unter­scheid­en sich dahin­gehend, wie schnell die Wirk­ung einsetzt, wann die größte Wirkung erreicht wird und wie lange die Wirkung andauert. Das liegt daran, dass sie in ihrem Aufbau leicht voneinander ab­weichen und deshalb unterschiedlich schnell aus dem Unterhautfettgewebe ins Blut transportiert werden. Welches Insulin für welchen Diabetiker das richtige ist, hängt von den Lebensgewohnheiten und Be­dürf­nissen des Patienten ab, für die der Arzt gemeinsam mit dem möglichst gut geschulten Diabetiker die passenden Therapie­­konzepte auswählt.
 
Spezialist in eigener Sache
Menschen mit Diabetes, die mit Insulininjektionen behandelt werden, müssen ganz genau die Wirkweise der jeweiligen Insu­line kennen. Aber nicht nur das. Sie sollten auch verstehen, wie Wirkweise und Ernährung aufeinander abgestimmt werden müssen, damit immer der erforderliche Insulin­spiegel im Blut vorhanden ist.   Deshalb ist eine intensive Schulung unbedingt notwendig. Erst, wenn ein Betroffener Spezialist in eigener Sache geworden ist, kann er fast wie ein gesunder Mensch leben. Das betrifft sowohl Typ-1-Diabetiker wie auch Typ-2-Diabetiker. Die verschiedenen Wirkspektren ermöglichen eine hohe Flexibili­tät, die auch körperliche Höchst­leistungen nicht ausschließt.  
 
Anpassung der Insulingabe an die Lebenssituation
Wann immer sich Ihre Ess­gewohnheiten oder sportliche Aktivitäten ändern, oder wenn Sie krank werden, müssen Sie möglicherweise rasch die Insulin­dosis anpassen.   Die Notwendigkeit für eine solche Änderung können Sie nur feststellen, wenn Sie Ihren Blut­zucker häufig messen und protokollieren. Bleiben Ihre Blut­zucker­spiegel beispielsweise über längere Zeit erhöht, ist es notwendig die Insulindosis nach bewährten Regeln anzupassen. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie Sie dies am besten tun.

Weitere Informationen:

Kurz wirkende Insuline
Verzögerungsinsuline
Mischinsuline
Einstichstellen
Insulinkonzentration
Aufbewahrung

 

Therapieformen

 

 

Das grundlegende Ziel der Diabetesbehandlung ist es, die primäre Störung des Kohlen­hydrat­stoffwechsels möglichst voll­ständig auszugleichen. Dafür kann und muss jeder Betroffene selbst einen entscheidenden Beitrag leisten.

Früher musste sich der Patient an die Therapie anpassen, heute ist es umgekehrt. Die Be­hand­lung wird genau auf den Be­troffenen und seinen Lebensstil zugeschnitten.

Bei Typ-2-Diabetikern stehen nichtmedikamentöse Maß­nahm­en wie Diät, vermehrte körperliche Beweg­ung und gegebenenfalls Gewichts­re­duktion an erster Stelle der Behandlung. In einigen Fällen gelingt bereits mit diesen Basismaßnahmen eine Nor­mal­isierung des Blutzuckers. Führen diese Maßnahmen zu keinem ausreichenden Erfolg, werden in der Regel orale Anti­diabetika eingesetzt. Meist wird die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff begonnen.
 
Wird damit keine befriedigende Einstellung des Blutzuckers er­zielt, sind auch Kombi­na­tionen von verschiedenen Wirkstoffen möglich. Ist mit oralen Anti­diabetika bei üblichen Do­sier­ung­en keine ausreichend gute Blut­zucker­einstellung zu erreichen, kommt auch beim Typ-2-Diabetiker Insulin zum Einsatz.
 
Bei der Behandlung mit Insulin wird heute versucht, der Insulin­ausschüttung eines Gesunden so nahe wie möglich zu kommen.

Man unterscheidet zwischen folgenden Therapieformen:


 

Mahlzeitenbezogene Insulintherapie

Im Rahmen dieser Therapie wird lediglich zu den Mahlzeiten Normalinsulin oder ein kurz­wirk­sames Insulinanalogon ge­spritzt. Diese Methode eignet sich sehr gut für Typ-2-Diabetiker, deren Körper noch ausreichend basales Insulin (für den Fasten­zu­stand) produziert. Die Insulin­dosis kann entweder am Blut­zucker­wert vor dem Essen und der geplanten Mahl­zeit ausgerichtet werden oder es ist auch möglich zu den jeweiligen Mahlzeiten eine fixe, vom Arzt festgesetzte Dosis zu injizieren. Dabei muss sich der Be­troffene weder in der Ernährung noch im Tagesablauf einschränken und gewinnt dadurch wieder an Lebensqualität.
 

Konventionelle Insulintherapie (CT)

 

 

Bei der Konventionellen Therapie spritzt sich der Diabetiker zweimal täglich, am Morgen und am Abend, ein Mischinsulin. Mit einem Mischinsulin ist auch die dreimalige Gabe, zum Frühstück, zum Mittag- und Abendessen möglich. 
 

Die konventionelle Therapie ist vor allem für Patienten geeignet, die über einen geregelten Tagesablauf verfügen und regelmäßig auf die Insulinmenge abgestimmte Mahlzeiten zu sich nehmen. Dies ist wichtig, da die Kombination aus kurz- und langwirksamen Insulin sowie die tägliche Insulindosis fix ist und zur Vermeidung von Hypoglykämien auch die Nahrungszufuhr genau geregelt sein sollte. Der wesentliche Vorteil einer konventionellen Therapie liegt in ihrem geringen Aufwand, da man nur zwei- oder dreimal täglich Insulin spritzen muss.
 

Intensivierte Insulintherapie (ICT)

 

 

Intensivierte Insulintherapie (ICT), Funktionelle Insulintherapie (FIT), Basis-Bolus-Therapie (BBT) - viele Bezeichnungen für eine moderne Art der Insulintherapie, bei der durch mehrere Insulininjektionen und Blutzuckerkontrollen pro Tag versucht wird, die Stoffwechselsituation von gesunden Menschen möglichst gut nachzuahmen. Die Essenszeiten und Mengen können frei bestimmt werden.
 

Das Prinzip dieser Therapie liegt in der getrennten Applikation eines mittel- bis langwirkenden Basisinsulins als Grundlage (morgens und abends, bzw. morgens, mittags und spät abends), um über 24 Stunden den Grundbedarf (Fasteninsulinbedarf) abzudecken. Zusätzlich wird zur Abdeckung der zugeführten Nahrung bzw. zur Korrektur erhöhter Blutzuckerwerte Normalinsulin oder ein schnellwirksames Insulinanalogon als Bolusinsulin appliziert. Hierbei ist auf den Spritz-Ess-Abstand zwischen der Injektion und der Mahlzeit zu achten, der je nach Insulinart zwischen 0 (Insulinanalogon) und 30 Minuten (Normalinsulin) liegt.

Die ICT ist für alle Typ-1-Diabetiker, motivierte Typ-2-Diabetiker und Schwangere geeignet. Mit ihr ist eine gute Stoffwechseleinstellung möglich, d.h. Hyperglykämien und Hypoglykämien können weitgehend vermieden werden. Die Anpassung an individuelle Lebensgewohnheiten wird somit ermöglicht. Zur Durchführung einer FIT- bzw. Basis-Bolus Therapie ist eine intensive Schulung notwendig und der Betroffene muss bereit sein, seinen Blutzuckerwert 4 - 7 mal  zu messen und zu protokollieren und sich täglich 1 - 3 mal Verzögerungsinsulin für die Basis sowie zusätzlich Essens- und Korrekturinsulin  zu spritzen.
 

Insulinpumpentherapie (CSII)

 

 

Die Insulinpumpentherapie wird auch als CSII bezeichnet, was soviel wie Continuierliche Subkutane Insulin-Infusion bedeutet.

 

Diabetiker sind mit einer Insulinpumpe oft noch viel besser einzustellen, da das benötigte Insulin (Normalinsulin oder schnell wirksame Insulinanaloga) in kleinsten vorprogrammierbaren Mengen rund um die Uhr als Basalinsulin dem Körper zugeführt wird. Damit wird die physiologische Funktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse nachgeahmt und der Blutzuckerspiegel im Fastenzustand und zwischen den Mahlzeiten konstant gehalten. Je nach Bedarf des Diabetikers können Insulinmengen individuell programmiert werden. Das zu den Mahlzeiten benötigte Insulin wird einfach und präzise über Knopfdruck abgerufen.

Damit wird der Diabetiker absolut flexibel: Sport betreiben, länger schlafen und viele Annehmlichkeiten des Lebens genießen funktionieren bei richtiger Schulung und Anwendung problemlos. Aus medizinischer Sicht sind vor allem unkontrollierbare Blutzuckerschwankungen, Dawn-Phänomen, Insulinresistenzen, Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen, häufige Hypoglykämien, schmerzhafte diabetische Neuropathie, Sportausübung und die Schwangerschaft die wichtigsten Indikationen für eine Insulinpumpe.

Injektionstechnik

Wahl der Injektionsstelle
Die Injektionen müssen ins Unterhautfettgewebe (=Subkutangewebe) erfolgen, um eine möglichst gute Aufnahme des Insulins zu gewährleisten.
 
Geeignete Injektionsstellen
Für schnell wirkendes Insulin (Insulin-Analoga und Mischinsuline) werden folgende Injektionsstellen (in entsprechender Reihenfolge) bevorzugt:

  • Bauch
  • Oberschenkel

Für verzögert wirkendes Insulin (Verzögerungsinsulin und Mischinsulin) ist die empfohlene Injektionsstelle das:

  • Gesäß

Weitere Informationen finden Sie hier:

 

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